Schloss Kynžvart

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LIGA ÜBER DEN FRIEDENSERHALT IN EUROPA

Im August 1840 treffen sich auf Initiative des Kanzlers Metternich die führenden Diplomaten Europas auf dem Schloss Königswart, um gemeinsam einen Ausweg aus dem drohenden kriegerischen Konflikt in Europa zu suchen.

Im Sommer 1840 war in Europa die sogenannte Rheinkrise ausgebrochen, und zwar in Folge einer diplomatischen Auseinandersetzung zwischen Frankreich auf der einen und den übrigen europäischen Mächten (Österreich, Russland, Preußen, Großbritannien) auf der anderen Seite. Grund waren unterschiedliche Meinungen zur Lösung eines Streites in Bezug auf das entfernte Osmanische Reich (der sog. zweite türkisch-ägyptische Konflikt). Da sich Frankreich in diesem Streit isoliert fühlte (die übrigen Mächte entschlossen sich, ohne dessen Beteiligung zu handeln), begann das Land mit Androhungen eines europäischen Krieges (hauptsächlich am Rhein) sowie mit eifrigen Aufrüstungen. Metternich, der im August gemeinsam mit weiteren österreichischen und europäischen Diplomaten (im Rahmen einer informellen diplomatischen Konferenz) auf Königswart verweilte, schätzte die Situation als ernst ein und bereitete daher den Entwurf der Friedensliga vor, deren Mitgliedsstaaten sich verpflichten sollten, Streitigkeiten in Zukunft friedlich zu lösen und gegebenenfalls den angegriffenen Staat mit Gewalt zu verteidigen. Der Inhalt des Entwurfs der Friedensliga bestand aus sechs Artikeln. Diese beschrieben klar, auf welche Art und Weise Krieg verhindert (Verhandlungen im Rahmen von Konferenzen) und gegebenenfalls der Frieden wiederhergestellt werden sollte, falls bereits Krieg ausgebrochen war (militärische Verteidigung des angegriffenen Staates durch die Mitgliedsstaaten). Metternichs Vorschlag war für seine Zeit sehr modern und erinnert an den Gründungsvertrag der Nordatlantischen Allianz von 1949. Der Entwurf der Liga wurde jedoch von der Regierung in London abgelehnt (wohin er gerade aus Königswart geschickt wurde). Aus diesem Grund wurde er daraufhin nie wieder diskutiert.

(Quelle: Miroslav Šedivý, Metternich, the Great Powers and the Eastern Question, Pilsen 2013, pp. 807-810) free download: www.metternich.zcu.cz.