Die Geschichte von Kynžvart - ausführlich

 

Zámek Kynžvart:

Schloss Königswart

Irgendwann zwischen den Jahren 1585 – 1597 wurde im Tal   unterhalb der königswarter Burg ein  Renaissansschloss erbaut. Sein damaliges Aussehen ist leider nicht bekannt. Es gibt keine derzeitige Darstellung des Schlosses. In dem späterem metternichstischem Schloss   blieben  bedeutende Bestanteile des ursprünglichen Objekts erhalten, z.B. komplette Gewölbe mit Glättputz  und eine ganze Reihe von weiteren Fragmenten.

Krystof Heinrich von Zedwitz   nahm aktiv an  der Rebelion  der böhmischen Stände  gegen Kaiser Ferdinand II.teil und seine Herrschaft in Königswart wurde konfisziert. Im Jahre 1623 wurde die konfiszierte Domäne  fünf  Brüdern Metternichs für 66 114 Gulden überlassen. Es handlete sich um die Neffen    des Kurfürsten von Trier – Johann Reinhard, Wilhelm, Karl , Emmerich  und Lothar.  Sie waren Wallensteins Offiziere.

Der Reichsgraf Philipp Emmerich von Metternich, der Urgroßvater des Kanzlers,  ließ  aus den Überresten des verkommenen  Schlosses   der Herren von Zedwitz ein neues Barockschloss zu erbauen.

Wie aus den Gouachen – Gemälden des Ritters Reinach aus dem Jahr 1800 offensichtlich ist, hatte das Barockschloss einen typischen Charakter des Landsitzes   mit einem Komplex der Wirtschaftsgebäuden, mit dem Pferdestall im südlichen Flügel und mit dem repräsentativen Saal über dem zentralen Durchfahrt.

Während des 18. Jahrhunderts verweilten die Besitzer vorwiegend auf ihren Besitzungen im Rheinland und das  Schloss Königswart  besuchten sie nur selten.

Im Jahre 1767 wurde die Erbherrschaft vom Vater des nachmaligen Kanzlers, dem Reichsgrafen Franz Georg von Metternich ererbt. Er war ein  erfolgreicher Diplomat . Er bekleidete den Posten  des trierischen Gesandten in Wien und nach dem Tod des Kaisers Josef II. nahm  er an der Wahl und Krönung des Kaisers Leopold II. in Frankfurt teil. In den Jahren 1797 – 1794 wirkte er als Minister in den Niederlanden. Während des  deutsch – französischen Krieges wurden die Besitzungen der Metternichs voll ausplündert und Schloss Königswart war an der Wende des 18. Zu 19. Jahrhunderts   sogar ein einziger Sitz dieses bedeutenden Adelsgeschlechts.  Erst im Jahre 1805 erwarb Fürst Franz Georg von Metternich als Entschädigung für die zerstörten  Besitzungen im Rheinland das Kloster Ochsenhausen.

Klemens Wenzel  Lothar  Johann Nepomuk der 2.Fürst von Metternich war zweifellos  der berühmteste  Besitzer der  Herrschaft und des Schlosses   Königswart. Seit dem Jahr 1809 war er Außenminister Österreichs und in den Jahren 1821 – 1848 Kanzler des „habsburgischen Hauses, Hofes und Staates“ Im Jahre 1813 wurde er in den erblichen Fürstenstand erhoben. In seiner Regie verlief der Wiener Kongress ( 1814 – 1815), der die internationale Beziehungen   nach der Niederlage Napoleons  durch ein Vertragssystem regulierte. Kanzler Metternich verweilte vorwiegend in Wien im Gebäude der Staatskanzlei  oder in seiner Villa auf Rennweg. Das alte Barockschloss in Königswart genügt den Ansprüchen des Kanzlers nicht und so wurde zwischen 1820 – 1839 im Stil des Wiener Klassizismus umgebaut. Der hervorragende  Wiener Baumeister Pietro Nobile  musste eine große Menge von Entwürfen des Kanzlers akzeptieren. Die Verwirklichung dieser Pläne  war keine billige Angelegenheit. Im September 1822  gewährte dem Metternich einen persönlichen  Kredit der Bankier Salmon Rothschild in Höhe 900 000 Gulden (ungefähr 45 Mio EUR ) mit dem Zinssatz 5% und mit der Fälligkeit 12 Jahren. Dieser günstige Kredit lohnte sich. 6 Tage später erhielten alle 5 Brüder Rothschild den erblichen Titel österreichischer Freiherren. Der Kredit ermöglichte dem Kanzler das Kapital in die Besitzungen in Königswart und Plas anzulegen. Fast eine halbe Millionen Gulden  investierte er auch in die umfangreichen  Einkäufe von Schmucken, Münzen und Kunstsammlungen.

Zu Anfang der Revolution im März 1848 überreichte der Kanzler seine Demission und verbrachte die folgenden drei Jahre im freiwilligen Exil in London. Nach seiner Rückkehr  bis zum Tode am 11. Juni 1859 verweilte er oft in Königswart.